1800 Kilometer, fünf Staaten, immer entlang der östlichen NATO-Grenze: “Dragoon Ride” nennt die US-Armee ihre Machtdemonstration Richtung Russland. Der Konvoi aus modernstem Militärgerät soll Anfang April in Bayern enden.

Die Militärkolonne ist jetzt in Estland gestartet. Dutzende Radpanzer der US-Streitkräfte rollten durch die estnischen Städte Turi und Parnu und machten auf Marktplätzen halt, um der Bevölkerung Gelegenheit zu geben, die Militärfahrzeuge zu besichtigen und mit den Soldaten zu sprechen.

Der sogenannte “Dragoon Ride” verläuft rund 1800 Kilometer entlang der östlichen Grenze des NATO-Gebiets, durch die drei baltischen Staaten, durch Polen und Tschechien und endet Anfang April in Bayern. Auf der Strecke soll es verschiedene Militärübungen geben, die mit den jeweiligen Gastgeberländern abgesprochen seien.

Zeichen der Verbundenheit

Die Übung sei als Zeichen der Verbundenheit der USA mit ihren NATO-Partnern zu verstehen, sagte der Kommandeur der US-Truppen, Christopher Boldt beim Zwischenstopp in der estnischen Stadt Turi. Normalerweise würde schweres Militärgerät auf der Schiene oder per Schiff transportiert. “Der ‘Dragoon Ride’ ist für uns etwas ganz Besonderes, denn es ist das erste Mal, dass eine Stryker-Einheit mit Radschützenpanzern so etwas macht. Es hilft uns, unsere Flexibilität zu stärken und zeigt, dass wir in der Lage sind, mit unseren NATO-Partnern zusammenzuarbeiten quer durch Europa, über fünf Grenzen hinweg.”

 

Die Einwohner von Turi hatten die Gelegenheit, das moderne Kriegsgerät der US-Streitkräfte aus der Nähe zu bestaunen. Kinder durften hinter dem Steuer der Fahrzeuge sitzen und in die Panzer klettern. Die Besucher der Roadshow waren begeistert: “Das gibt uns Sicherheit gegenüber Russland. Damit es hier friedlich bleibt. Ich finde es sehr gut, dass sie hier sind”, sagt ein Mann.

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Russische Flugmanöver über der Ostsee

Die östlichen NATO-Mitglieder, allen voran Polen und die drei baltischen Staaten, fühlen sich angesichts der Entwicklungen in der Ukraine von Russland bedroht und forderten wiederholt eine stärkere NATO-Präsenz. In der vergangenen Woche waren Kampfjets der NATO über dem Baltikum aufgestiegen, um auf ein russisches Flugmanöver mit elf Militärflugzeugen über der Ostsee zu reagieren.

Auch Einheiten der russischen Kriegsmarine sollen in der Ostsee geortet worden sein. Medienberichten zufolge haben die lettischen Streitkräfte Ende vergangener Woche nur rund 50 Kilometer vor der lettischen Seegrenze drei U-Boote, ein U-Boot-Unterstützungsschiff und ein Forschungsschiff gesichtet. Sie waren offenbar Teil des Großmanövers, das Russland angekündigt hatte, um die Gefechtsbereitschaft seiner Streitkräfte zu Wasser, zu Lande und in der Luft zu überprüfen.

0,,18333170_303,00Auch Estland startete das bisher größte Manöver seiner Luftwaffe zusammen mit einer Einheit der US-Airforce. Nach Angaben der US-Streitkräfte wurden inzwischen 14 US-Kampfjets vom Typ F-16 zusammen mit rund 300 US-Soldaten aus Italien an die estnische Luftwaffenbasis Ämari verlegt. Bei der bis zum 17. April dauernden Übung soll unter anderem das Zusammenspiel der Streitkräfte der beiden Staaten trainiert werden.

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