Bei einem Terroranschlag vor einem McDonalds-Schnellrestaurant und im gegenüberliegenden Olympia-Einkaufszentrum im Münchner Stadtteil Moosach starben gestern zehn Menschen. 26 Verletzte wurden in Krankenhäuser eingeliefert – von diesen mussten 16 dort bleiben, drei von sind schwer verletzt. Auch der Täter, ein 18-jähriger Iraner mit BRD-Ausweis ist tot: Er richtete sich mit seiner Waffe selbst. Ein Polizist hatte auf ihn zuvor geschossen, aber ihn nicht getroffen. Ein roter Rucksack, den er mit sich führte, enthielt keinen Sprengstoff, wie ein Polizeiroboter bei der Untersuchung herausfand, aber etwa 300 Schuss Munition.

Im Verlauf des gestrigen Abends hatte es erst geheißen, man sucht nicht nach einem, sondern nach drei Tätern. Auch war nicht von einer Pistole die Rede, wie sie der Täter benutzte, sondern von Langwaffen. Fernseh-Laufbänder meldeten gleichzeitig einen „Amoklauf“ und „mehrere Täter, was für ähnlich viel Kopfschütteln sorgte wie der Glaube eines ARD-„Experten“, beim Karlsplatz und beim Stachus handle es sich um zwei verschiedene Orte.

Inzwischen weiß man, dass die falschen Annahmen auf unbrauchbare Zeugenaussagen zurückgingen. Hinzu kam, dass an mehreren Orten in München – am Stachus, in der Fußgängerzone, am Isartor und in der Redaktion der Abendzeitung – Panik ausbrach, weil Menschen glaubten oder behaupteten, auch dort Schüsse gehört zu haben.

Der Hauptbahnhof wurde geräumt und der Betrieb von U-Bahnen, Trambahnen, Bussen und Fernzügen gestoppt. Taxis forderte man auf, niemanden mehr mitzunehmen, und Autofahrer, die Autobahnen um München zu verlassen, damit Einsatzfahrzeuge, die bis aus Franken und Österreich herbeordert wurden, nicht zu behindern. Über Soziale Meiden boten Münchner unter dem Hashtag #OffeneTür an, in der Stadt Gestrandete aufzunehmen – was, wie Kommentatoren auf Twitter anmerkten, zwar „gut gemeint“ war, aber auch Tätern die Möglichkeit erweitert, unterzutauchen. Facebook aktivierte für Personen mit Standort München den Safety Check, mit dem Nutzer ihren Freunden mitteilen konnten, dass es ihnen gut geht.

Inzwischen fahren alle öffentlichen Verkehrsmittel wieder, lediglich die Haltestelle Olympia Einkaufszentrum bleibt ausgespart.

Heute früh durchsuchte die Polizei das Haus Dachauer Str. 67,in dem der Täter wohnte, und transportierte mehrere Kartons ab. Außerdem gab Polizeipräsident Andrä bekannt, dass es sich bei dem Mann auf dem seit gestern in allen Medien kursierenden Dachvideo „nach derzeitigem Erkenntnisstand“ um den Täter handelt. Was der Täter darin zum Ausdruck bringen wollte, ist weiterhin unklar:

Anwohner [versucht offenbar Kommunikationsaufnahme]: Du Oschloch, du Wixa do untn, hee du.

Bewaffneter [in einem offenbar schon vorher begonnenen Monolog unterbrochen]: [….] und jetzt muss ich hier eine Waffe kaufen, um euch abzuknallen.

Anwohner: Ja woaßt du wos? Dia g’heat da Schedl awegeschnt’n du Oschloch.

Bewaffneter: [unverständlich]

Anwohner [laut, offenbar zu Dritten]: He! Der hod die Schusswaffe! Der Wixa, er do.

Bewaffneter: Scheiß [schwer verständlich – möglicherweise „Türken“ oder „Kurden“]

Anwohner: Scheiß Kanaken, he do. Heh! [laut, zu Dritten] Der hod [unverständlich], der hod [in betont verständlichem Hochdeutsch] seine Waffe geladen, hoi die Bullen [unverständlich, möglicherweise ein Name], der laft umananda, dea Wixa – er do.

Bewaffneter: Ich bin Deutscher!

Anwohner: A Wixa bist du [betont verständlich hochdeutsch] ein Wixer, was machst du für an Scheiß?

Bewaffneter: Ich bin hier geboren!

Anwohner: Ja und wos machst für an Scheiß?

Bewaffneter: Hier in der Hartz 4 Gegend [unverständlich] hier im Hasenbergl. Ich war hier in Behandlung.

Anwohner: Ja Behandlung, du g’heast in’d Psychiatrie, du Oschloch du bleds.

Bewaffneter: Ich habe nichts getan, kein Wort mehr, halten Sie die Schnauze, Mann.

Anwohner: Du Wixa, du.

Anwohner: Hee“ [laut, zu Dritten]. Der laft im oberen Deck umananda, ihr Vollidioten.

[Schüsse und Unterhaltung von Anwohnern in einer slawischen Sprache – Frau scheint Mann zu bitten, das Filmen aus Gefahrengründen zu unterlassen und vom Balkon in die Wohnung zu kommen]

Anwohner [währenddessen]: Du bist ned ganz dicht im Schel du Wixa. Du Oschloch du verschissens, Dir ham’s ins Hirn g’schissn.

Bewaffneter [etwa gleichzeitig]: Haben Sie nicht, das ist es eben, haben sie nicht.

Unter Social-Media-Nutzern im Ausland hatte das Video gestern viel Verwirrung gestiftet, weil auch solche, die Deutsch-Grundkenntnisse, hatten, den bayerischen Dialekt des Anwohners nicht als Deutsch erkannten und für eine fremde Sprache hielten.

Ob ein kurz vor der Tat unter einem türkischen Mädchennamen neue eingerichtetes Facebook-Profil, in dem es hieß, Leute sollten zum Tatort-McDonalds kommen, weil die Accountinhaberin etwas „spendieren“ werde, vom Täter eingerichtet wurde, ist noch unklar.

CNN Beitrag:

 

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