Der inflationäre Gebrauch des Wortes „Nazi“ mutiert langsam zu einer (ungewollten) Ehrenbezeichnung, oder wie der Autor Harald Martenstein auf Tagesspiegel Online in der Überschrift meinte: Der Nazi-Vorwurf ist ein Ritterschlag. In Martensteins Glosse geht es um den Shitstorm gegen Ronja von Rönne und ihrer Feminismus-Kritik.

Akif Pirinçci meinte sinngemäß, es sei ihm scheißegal, ob man ihn Nazi schimpft oder Klobürste. Es ist völlig egal, denn wer einen Andersdenkenden abwertend betiteln will, findet immer Worte dafür. Die Wortwahl zeigt zugleich, welche Intention dahinter steckt. Wer andere Leute mit solchen Titeln belegt, hat nicht genug im Kopf um sachlich zu argumentieren.

„Nazi“ trifft in die Seele und eignet sich bestens dazu, den Gegner sofort in die Defensive zu drängen.  „Nazi“ ist das Mittel zur Diskriminierung (Aussonderung) derjenigen, von denen man behauptet, sie würden andere diskriminieren. „Nazi“ ist eine neuzeitliche Variante vogelfreier Ächtung und Exkommunizierung. „Nazi“ ist lediglich eine Worthülsenkeule für Meute-Menschen, deren geistige Fähigkeit zur Disputation nur so weit geht, sie gebrauchen zu können.

Quelle: Netzplanet / Tagesspiegel

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