Das ist ja unerträglich! (14.1.2015)

Ja, es ist unerträglich, das fiese Grinsen einer Angela Merkel zu sehen, wenn sie wieder einmal deutsche Interessen preisgegeben hat.

Ja, es ist unerträglich, wenn ein ehebrecherischer Ex-Pfaffe meint, als Bundespräsident eine moralische Instanz zu sein.

Ja, es ist unerträglich, wenn gewählte Politiker ihr Volk beschimpfen, es in Gute und Böse einteilen, den Wählern vorschreiben, was sie zu denken haben und das von diesen Wählern schwer erarbeitete Steuergeld für sinnlose Projekte verpulvern oder es schlicht und einfach an Fremde verschenken.

Ja, das stimmt alles, und manchmal wünscht man sich, es würde passieren wie bei Asterix und Obelix, wo nach einem: “Genug, das ist ja unerträglich!” der Verursacher Troubadix einen auf die Mütze bekommt, um danach gefesselt und geknebelt am Singen gehindert zu werden.

Leider geschieht das nicht, die Unerträglichen wursteln weiter, strapazieren unsere Nerven und unsere Geduld. Sie reden von Meinungsfreiheit und unterdrücken jegliche abweichende Meinung, sie reden von Toleranz und dreschen mit hohlen Phrasen wie Neonazi, Antisemitismus, Rechtsradikalismus und Rassismus auf politische Gegner ein, ohne überhaupt verstanden zu haben, was diese Begriffe wirklich bedeuten. Sie reden von Weltoffenheit und meinen damit, daß alles auf der Welt wichtiger ist als das eigene Volk, als die eigene Kultur, als die eigene Tradition.

 

Was wir erleben, ist eine gezielte Volksverhetzung gepaart mit ebenso gezielter Volksverdummung. Unser Schulsystem wird seit Jahrzehnten kaputtreformiert. Betrachtet man das Ergebnis, so waren die Schulen zu Kaisers Zeiten, zu Hitlers Zeiten, zu Adenauers Zeiten und zu Honeckers Zeiten besser als heute. In Bayern haben die Schulreformen erst in den Siebzigern begonnen, dieses Hinterherhinken sorgt noch heute dafür, daß die bayerischen Schüler besser abschneiden als jene anderer Bundesländer. Zieht man diese Aussage zusammen, so profitiert Bildung von der Untätigkeit der Politiker. Und das, nun ja, ist unerträglich. Diese Herrschaften lassen sich wählen, stecken Diäten und Ministergehälter ein, um den Wählern und dem Volk aktiv zu schaden.

Wir haben in Deutschland mit dem Partikularismus gute Erfahrungen gesammelt. Im zentralistischen Frankreich gibt es Paris und den Rest, die primitive Provinz, im stark zergliederten Deutschland stehen Kathedralen und Paläste an praktisch jeder Ecke. In relativ kleinen Städten errangen Universitäten Weltruf, und früher gab es sogar einmal eine gut gegliederte, netzartige Infrastruktur, die das ganze Land durchzogen und verbunden hat. Das ist heute Geschichte, das Zentrum ist heute Brüssel, und dieses Zentrum ist dabei, den Rest Europas zur Provinz abzuwerten. Deutsche Parlamente sind weitgehend überflüssig, sie werden nur noch gebraucht, um die Beschlüsse Brüssels durchzuwinken.

Das hindert die Damen und Herren Abgeordneten natürlich nicht daran, sich wie kleine Provinzfürsten aufzuführen. Wobei dem Benehmen nach natürlich die Betonung auf Provinz, nicht auf Fürst liegt. Der durchschnittliche Abgeordnete hat in seinem Leben noch nie wirklich gearbeitet, war allenfalls zuvor Beamter gewesen. Dafür wurde er zum perfekten Leibeigenen seiner Partei. Parteiinteressen haben Deutschland jedoch zu allen Zeiten geschadet, denn es ist das Wesen einer Partei, die eigenen Interessen über jene des Volkes und des Landes zu stellen. Parteiinteressen haben immer wieder zum Verrat geführt, ob zu napoleonischen oder zu Kaisers Zeiten. Der Begriff Volksvertreter reimt sich im Deutschen nicht umsonst mit Volksverräter.

Der Feind eines Volkes ist in aller Regel ein anderes Volk, ein Rivale um Land und Bodenschätze, um Erfolg, Ehre und Weltgeltung. Der Feind einer Partei ist genauso natürlich eine andere Partei, also Angehörige des eigenen Volkes, die Andersdenkenden. Diese anderen Parteien sind Rivalen um Macht und Pöstchen, um Dienstwagen und Diäten. Deutsche neigen dazu, ihre Partei über alles zu stellen, auch über das Wohl der eigenen Nation. Es ist ja auch einfach, erspart die Zugehörigkeit zu einer Partei doch das eigene Denken. Innerhalb einer Partei zählt die Loyalität, zählt der Gehorsam gegenüber den Parteioberen, eigenes Denken und eigene Ideen sind nicht gefragt. Parteiversammlungen dienen dazu, die eigene Klientel um die Fahne zu scharen, nicht dazu, Kritik oder Verbesserungsvorschläge anzuhören.

Für jemanden, der frei denkt, ist das Ergebnis dieser Klüngelei unerträglich.

Ob technische, biologische oder kulturelle Entwicklung – alles obliegt der ständigen Veränderung, dem Aufstieg folgt unweigerlich der Verfall. Das heutige Merkeldeutschland ist nicht mehr die Schröderrepublik, die wir vor zehn Jahren hatten, oder der Kohlsche Erbhof von vor zwanzig Jahren. Der KdF-Wagen, besser bekannt als VW-Käfer, war ein revolutionärer Entwurf, robust und sparsam, auf der Höhe seiner Zeit, der frühen Fünfziger. Doch das Konzept war schließlich ausgereizt, stärkere Motoren verwandelten das Auto in einen Schluckspecht, schließlich war die Zeit gekommen, dieses Modell auszumustern.

Merkeldeutschland ist genauso ein Auslaufmodell, in die Jahre gekommen und trotz aller Nostalgie nicht mehr zu halten. Die Volkswagen-Werke hatten es gerade so geschafft, sich aus der Käfer-Zeit ins Golf-Zeitalter zu retten, beinahe wären sie daran zugrunde gegangen. Die VW-Arbeiter, die mit dem Käfer ihre Produktionstriumphe gefeiert hatten, mochten diesen Übergang ebenfalls als unerträglich empfunden haben. Den einen war der Bruch zu radikal, den anderen erschien er überfällig, sie haben das Zögern der Geschäftsleitung nicht mehr verstanden. Erst als der Erfolg dem Wandel Recht gegeben hatte, waren sie wieder eine Familie.

Die Merkel-Zeit geht dem Ende zu. Daran können selbst die qualitätsfreien Huldigungsmedien nichts ändern. Das System Merkel fährt das Land auf Verschleiß, so wie einst die DDR. Damals wurden die sozialistischen Brudervölker unterstützt, heute stützen wir den Euro, bezahlen Geld an Israel, helfen aus bei den Kolonialkriegen der USA und laden alle, die behaupten, mühselig und beladen zu sein, in unser Land ein, um sie hier umfassend zu versorgen.

Oswald Spengler hat in seinem “Untergang des Abendlandes” die Periode der “Kultur” ins 18. und 19. Jahrhundert gelegt, jetzt leben wir in der Dekadenzphase dieser Kultur, der “Zivilisation”. Die Kultur war die Zeit der konkurrierenden Zwergstaaten, der kleinen Fürstenhöfe, die sich große Dichter, Denker und Musiker hielten, mit dem Ergebnis, daß es kaum noch Kunst, keine Dichtung, keine Denker und nur noch schlechte Musik gibt. Die Zivilisation ist der Zentralstaat, der Dichtung, Denken und Musik vereinheitlicht hat. Europa hat von seiner kulturellen Vielfalt gelebt, alle hundert Kilometer hatte es andere Bräuche, Trachten, Traditionen und Dialekte gegeben. München, Frankfurt, Köln – dreierlei Mentalitäten in einem einzigen Land! Köln, Amsterdam, Brüssel, London, Paris – dazwischen liegen keine Distanzen, doch es gab eine Zeit, da lagen dazwischen Welten. Und heute redet die Politik uns ein, daß anatolische Ziegenhirten dieses Europa kulturell bereichern könnten…

Es ist unerträglich, ja, es ist wirklich unerträglich, folglich wird es keinen Bestand haben.

Die Periode nach der Zivilisation ist bei Spengler der “Cäsarismus”, in der ein Alleinherrscher mit den Auswüchsen der Demokratie aufräumt und die Macht des Geldes bricht. Rom wollte keine Könige, deshalb hat es Kaiser bekommen. Welchen Titel unser künftiger Anführer sich zulegen wird, sollten wir deshalb offen lassen.

Das Ende der Demokratie kommt jedoch nicht umsonst. Die Zeit der Gracchen, die Zeit der “kleinen” Diktatoren Marius und Sulla, die Zeit nach dem Tode Cäsars war eine Zeit des Bürgerkrieges und der Unsicherheiten. Damals herrschten in Rom Mord und Totschlag. Erst mit Octavian/Augustus kehrte Ruhe ein, doch nach ihm kamen Caligula und Nero, erst die Kaiser Vespasian bis Marcus Aurelius brachten eine Art goldenes Zeitalter für das Römische Reich. Frankreich hat von seinem ersten Cäsaren profitiert, doch bevor Napoleon Bonaparte Kaiser wurde, herrschte Madame Guillotine, gab es die Wirren der französischen Revolution. Sein deutsches Gegenstück, Adolf Hitler, erschien als Folge der Niederlage im Ersten Weltkrieg, des Versailler Vertrags, der Hyperinflation 1923 und der weltweiten Depression ab 1929. Gewiß, beide sind gescheitert, doch beide zeigen, daß der Zustand zwischen zwei stabilen Herrschaftsformen anarchische Züge durchbrechen läßt.

Ist Hartz IV unerträglich? Gewiß, das Geld für Bier und Zigaretten ist wahrlich knapp, doch man kann sich damit einrichten. Es kommt allerdings auf die innere Haltung an, es ist auf jeden Fall besser als der einstige Schuldturm oder das einstige Armenhaus. Materiell geht es uns derzeit besser als den meisten Generationen vor uns. Ja, im Wirtschaftswunder, bei Hitler und Honecker und erst recht unter dem Kaiser hat es Vollbeschäftigung gegeben, und ja, die Gehälter haben ausgereicht, um eine Familie zu ernähren. Betrachtet man jedoch die Wohnungen der damaligen Zeit, so leben wir heute eindeutig besser und bequemer. Materiell werden wir auf vieles verzichten müssen, das wir heute für selbstverständlich halten.

Wenn die heutigen, unerträglichen Zustände enden, bricht die Versorgung zusammen. Dann stellt sich nicht mehr die Frage, was wir heute essen, sondern die gänzlich andere Frage, OB wir heute essen. Medikamente, vor allem die lebensnotwendigen, wird es zeitweise nicht mehr geben. Auf den Straßen regiert das Faustrecht, es wird Blut fließen. Der Umbruch wird Millionen Leben kosten, allein in Deutschland. Wir sind heute, zu Beginn des Jahres 2015, in derselben Lage eines Franzosen des Jahres 1788, den Vorahnungen der Revolution quälen. Der Franzose des Jahres 1806 sieht das ganz anders, und der Franzose des Jahres 2015 spricht von einer glorreichen Vergangenheit. Aus der Rückschau des Jahres 2020 oder 2030 mag es sich ebenfalls gelohnt haben, aber bis dahin müssen wir erst mal überleben.

Was finden Sie unerträglicher, Merkels fieses Grinsen oder den Tod Ihrer Mutter, weil sie nirgendwo mehr ihr Herzmedikament bekommt?

Sie können die Veränderungen nicht aufhalten, so wenig wie ich. Wir leben von geborgter Zeit, und wenn dieser Kredit fällig wird, sind auch wir fällig, in irgendeiner Form. Das sollten Sie sich vor Augen halten, wenn Sie sich beschweren. Ich würde diese Zeilen nicht schreiben, wenn sie an ein Millionenpublikum gingen. Ich würde sie nicht schreiben, wenn ich damit die Entwicklung aufhalten könnte. Dann würde ich ganz andere Dinge schreiben, mich verzweifelt gegen das Ruder werfen, um das Schiff doch noch vor Riff und Eisberg zu retten. So aber erreiche ich nur einen kleinen Kreis, und deshalb möchte ich Ihnen raten, sich ins Unerträgliche zu fügen, da Sie es nicht ändern können. Sie können nur eines ändern: sich selbst.

Wenn Sie jetzt alles unerträglich finden, machen Sie etwas falsch. Sie gleichen einem Angestellten, der vor der Stechuhr die letzten Sekunden bis zum Wochenende herunterzählt, um dann endlich zu leben. Freitag, Samstag, Sonntag – doch da verfällt am Abend bereits die Stimmung, da droht der Montag, da wird das Leben wieder zur Sklaverei. Aber ist das ein Leben? Die Woche hat 168 Stunden, und bestenfalls 60 davon entfallen auf das Wochenende. Zwei Drittel Ihres Lebens sind also Sklaverei…

Aber es gibt den Urlaub, die kostbarsten Wochen des Jahres. Nachts um Zwei losfahren, damit man um Sechs bereits die Staustellen passiert hat. 14 Stunden bis ans Meer durchbrettern, womit die ersten drei Tage verbraten werden, um sich von der Anreise zu erholen. Die Zimmer-, Pool- und Strandnachbarn sind aus Wanne-Eickel, und in Italien kann man endlich mal das Eisbein mit Sauerkraut essen, das man in Deutschland nie bestellen würde. Da ginge man lieber zum Italiener…

Hurra, jetzt erhole ich mich. Verdammt, jetzt erhole ich mich! Zum Kuckuck, ich will mich gefälligst erholen!!!

Der Computer will, daß Sie glücklich sind. Der Computer wird alles tun, damit Sie glücklich sind. Wenn Sie trotzdem nicht glücklich sind, muß der Computer Sie leider eliminieren.

Die beiden Absätze hängen inhaltlich zusammen. Was kann ich, was kann der Staat, was kann das Universum dafür tun, damit SIE die Zustände nicht mehr unerträglich finden? Gauck, Merkel und den ganzen Bundestag in einen A380 setzen und diesen über dem Pazifik verschwinden lassen? Sind Sie dann glücklich? Nein? Wie wäre es mit einem Job als Generaldirektor, Verzeihung, General Manager? Fünf Millionen, pro Monat, natürlich? Hm… Auch noch nicht? Bill Gates erklärt Sie zum Alleinerben und verabschiedet sich auf eine Marsmission ohne Wiederkehr? Fehlt noch die Frau… Marilyn Monroe ist tot, Claudia Schiffer mittlerweile zu alt, die Hollywood-Stars sind zu zickig… Der Fischer und sin Fru lassen grüßen.

Das große Problem liegt in den einfachen Worten: “Ich bin glücklich, wenn…” Ich bedauere, das sind Sie eben nicht. Gehörte Ihnen alles Geld der Welt, empfänden Sie sich als unerträglich reich, als gelangweilt durch all den Luxus. Nicht heute, nicht morgen, doch der Zeitpunkt wird schließlich kommen. Mit diesem Geld könnten Sie spielen, Regierungen kaufen oder stürzen. Wäre das in Ihrem Sinne? Und wären Sie dann glücklich? Tja, andersherum gefragt: Wäre die Welt mit Ihnen glücklich? Oder empfände die Welt dann Sie als unerträglich?

Troubadix am Singen zu hindern ist leicht. Doch ein Leben ist immer irgendwo unerträglich. Und es bleibt unerträglich, wenn Sie immer nur die Gelegenheiten suchen, unglücklich zu sein. Dann wird das Leben Sie nicht eliminieren, sondern alles tun, damit Sie unglücklich bleiben. Die Freiheit liegt nicht im Außen, auch nicht das Glück. Sie haben nur dieses eine Leben, denn wenn Sie erneut geboren werden, sind Sie ein ganz Anderer. Sie haben jeden Tag die Wahl, in Ketten und im Unglück zu leben, oder eben geistig frei zu sein. Die gute Fee wird nicht erscheinen, sie wird nicht mit ihrem Zauberstab wedeln und alles nach Ihren Wünschen neu gestalten. Sie hingegen können das.

Jeder Mensch steckt nackt in seinen Kleidern. Und Sie, Sie stecken als freier Mensch in den Ketten. Sie haben den freien Willen. Sie können das Sonnenlicht unerträglich finden oder eine Sonnenbrille aufsetzen. Sie können über den Regen schimpfen oder einen Schirm aufspannen. Sie können sich über Merkel, Gauck und deren Komplizen ärgern oder sich von diesen abkehren, sie aus Ihrem Leben verdrängen. Sie können am Wochenende, im Urlaub oder in zehn Jahren, nach dem Umbruch zu leben beginnen. Oder eben heute, jederzeit.

Den letzten Satz werde ich Ihnen nicht erklären, denn die Antwort müssen Sie allein für sich finden: Wenn Sie es nicht schaffen, sich in diesen unerträglichen Zeiten frei zu denken, werden Sie niemals in Freiheit leben, so sehr sich die Zeiten auch ändern mögen.

Wenn Sie frei sein wollen, werden Sie frei sein. Sie müssen es nur wagen. Es ist Ihre Entscheidung, allein Ihre. Der Computer kann Sie nicht glücklich machen, nicht der Staat, nicht das Universum. Die Freiheit kann Ihnen niemand geben und niemand nehmen. Aber womöglich finden Sie die Freiheit unerträglich.

Quelle: Michael Winkler

 

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