Stammt Erdöl wirklich aus Millionen Jahre alten Zersetzungsprozessen von Meeresfossilien – oder entsteht der Rohstoff möglicherweise ganz anders?

Aus dem russischen Romashkino-Ölfeld, dem größten Ölfeld Europas, wurde Ende der 1990er Jahre nur noch Wasser gepumpt. Mit einigen Jahren Abstand förderten die Maschinen im Jahr 2002 plötzlich wieder Erdöl. Wie kann das sein? Mehr noch: Es war ein anderes Öl, als das ursprünglich geförderte – das kann man mit einem sogenannten isotopischen Fingerabdruck feststellen.

Doch woher stammt dieses Öl? 90 Prozent aller Materie der Erde entsteht im Erdmantel unter hohem Druck und Hitze, wo sich Moleküle fortdauernd neu arrangieren. Russische Wissenschaftler folgen nach dem Romashkino-Vorfall dieser Spur: Könnte es sein, dass unter hohem Druck in 120 bis 240 Kilometern Erdtiefe aus Wasserstoff und Kohlenstoff zusammen mit Eisenoxid Erdöl entsteht? Die Ergebnisse der russischen Forscher aus dem Hochdrucklabor scheinen plausibel zu sein – immerhin hat sie die Fachzeitschrift “Science” veröffentlicht.

Stimmten ihre Resultat, würde Erdöl ständig neu entstehen und die Ölindustrie müsste mit der Suche nach dem Rohstoff erst richtig anfangen. Aber wer hat ein Interesse, diese Ergebnisse überhaupt weiter zu erforschen? Seit Jahrzehnten wird angekündigt, dass das Öl nun bald zur Neige geht. Der Gewinn im Ölgeschäft hängt unmittelbar daran, dass ein – unberechenbar – knappes Gut gehandelt wird. Alles andere verdirbt die Preise.

hitec bohrt nach, was an dieser und an anderen irritierenden Nachrichten aus Wissenschaft und Wirtschaft rund ums Erdöl dran ist.

Sendedaten von 3Sat:
15.03.2010, 21.30 Uhr
21.03.2010, 16.00 Uhr

(Dieser Filmbeitrag ist auf dem Mediaserver von 3Sat nicht mehr zu finden!)

Öl – und doch kein Ende (Teil 1)

 

 

Öl – und doch kein Ende (Teil 2)

 

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