Sein Weg begann in der Schule eher unspektakulär. Danach fügte sich für Uli Mohr Baustein für Baustein der weitere Weg zu einer klassischen Karriere. Schulmediziner mit alternativmedizinischen Interesse, Flieger, Fallschirmspringer, Kung Fu Lehrer, Betreuer von Spezialausbildungen des Militärs, Betreuer der Fallschirmsprungnationalmannschaft, Einzelkämpferausbildung, das sind einige seiner Stationen.

Dieser gesellschaftlich hochakzeptierte Weg fiel im Alter von 33 Jahren innerhalb weniger Monate wie ein Kartenhaus in sich zusammen. Fast wie eine Ironie des Schicksals gehörte die Spontanheilung einer angeblich unheilbaren, langjährigen Neurodermitis (Hauterkrankung) zum Szenario dieser Katastrophe.

Das sagt er selber zu sich und seinem Weg:

Das Studium verlief für mich nicht unbedingt mit Begeisterung, aber durchaus mit Neugier. In der Schule überwog hingegen eindeutig die Langeweile. Gleichzeitig habe ich als Patient leidvoll erfahren müssen, dass die Schulmedizin nun doch nicht alles in den Griff bekommen kann. Ich habe mich ohne Unterlass gekratzt . Dennoch hat es am ganzen Körper weiter gejuckt und geblutet. Dadurch war mein Interesse für Naturheilverfahren schon früh geweckt.

Eine Liebe zur Fliegerei und zum Philosophieren, „Was ist der Sinn des Lebens?“, wurde mir wohl in die Wiege gelegt. Mit 12 Jahren bin ich zu den Segelfliegern gegangen. Mit knapp 20 habe ich dann meine Aggressionen  in einer siebenjährigen Kung Fu Ausbildung mit Tai Chi und Qi Gong Einlagen austoben können.

Der Hang zum Grübeln begleitete mich lange Zeit. Er war wohl Mitverursacher meiner Hautprobleme, führte, ich weiß es klingt seltsam, andererseits zur Lösung. Als stiller und unsicherer Andersdenker bin ich in der Schule gestartet. Manchmal hatte ich dabei den Eindruck, ich bin der Einzige, der sich vieles nicht zutraut. Das die anderen nur laut waren und nicht weniger unsicher, wusste ich damals noch nicht. Mittlerweile bin ich kraftvoll genug, um meinen individuellen Lebensweg zu gehen.

Ich war als Notarzt unterwegs, habe Kommandoausbildungen beim Militär betreut, die Fallschirmausbildung der GSG 9 begleitet, die Fallschirmsprungnationalmannschaft medizinisch versorgt, war Fallschirmjägeroffizier und vieles mehr. Es waren zweifellos spannende Aufgaben. Mein Forscherdrang und zunehmend mein Herz hingen jedoch an meiner parallelen, naturheilkundlichen Praxistätigkeit. Dort habe ich erleben dürfen, welche Bereicherung alternative Heilverfahren, Ernährung und Bewegung für die Medizin sind. Freude an einer Sache und Erfolg liegen oft dicht beieinander. Jedenfalls kamen nach und nach durch Mundpropaganda die Patienten aus ganz Deutschland in meine damalige Praxis im ländlichen Oberbayern. Ihnen konnte ich erstaunlich oft helfen, bildete ich mir wenigstens ein, nur bei mir selber fruchtete leider nichts. Meine Krankheit war wie zementiert.

Nach gut sechs Jahren hat mich eine ganze Reihe von Gründen zur Aufgabe der Praxis gezwungen. Das Leben hatte mir förmlich den Boden unter den Füßen weggezogen. Dazu gehörte die Einsicht, dass Heilung nur anzubahnen ist, und Krankheiten lediglich Signale zur Optimierung des eigenen Lebens sind. Als Therapeut hatte ich in diesem Weltbild, das sich später als Wirklichkeit entpuppte keinen Platz mehr. Es dauert eine Weile, bis ich mich als Lehrer für die „Bedienungsanleitung des Lebens“ wieder neu geordnet hatte.

Tatsächlich hat sich alles seitdem neu geordnet und oft muss ich schmunzeln. Weder die Schule noch das Studium haben mich auf das Leben und schon gar nicht auf den Beruf als Arzt vorbereitet. Heute weiß ich, dass nichts davon objektiv notwendig war. Es war nur wichtig für mich zu erfahren, dass man es tatsächlich nicht braucht. Therapien bedienen Ängste. Ängste resultieren aus Unwissenheit. Wissen und Klarheit hingegen stabilisieren und führen dazu, dass man die gesamte Medizin, und noch so manchen anderen „Fachbereich“ der modernen Gesellschaft vollständig hinter sich lassen kann. Sicher braucht es Zeit, die keine Rolle spielt, denn es ist eine spannende Lebensreise auf dem Weg dorthin.

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