Deutsche Medien haben derzeit ein gewaltiges Problem. Die Bürger da draußen glauben ihnen einfach nichts mehr. Das hat einen einleuchtenden Grund: Die mit dem Rücken zur Wand stehenden Lügenjournalisten machen jetzt aus jedem, der anderer Meinung ist als sie, »Rechtspopulisten« oder gleich »braune Rattenfänger«.

Nur noch 26 Prozent der Deutschen vertrauen Journalisten. Damit ist diese Berufsgruppe irgendwo zwischen Kinderschändern und windigen Autohändlern angesiedelt. Ist die miese Stimmung gegenüber unseren Leitmedien nur ein diffuses Gefühl, welche sich in solchen Umfrageergebnissen widerspiegelt? Oder gibt es triftige Gründe für die virtuellen Ohrfeigen?

Niemals zuvor haben so viele Menschen so viele Informationsquellen zur Verfügung gehabt. In einer einzigen Regionalzeitung stehen heute an einem Tag mehr Nachrichten, als ein im Mittelalter lebender Mensch in seinem ganzen Leben erfahren hat.

Doch mit dem gewaltigen Informationsaufkommen wachsen auch die Zweifel an der Verlässlichkeit von Informationsquellen: Was kann man wem noch glauben? Gerade bei zukunftsweisenden Themen und wenn es um Geldanlagen für unsere Altersvorsorge geht, benötigen wir unbedingt verlässliche Informationen.

Man braucht bei Themen wie Geldanlage anstelle von Emotionen und Vorurteilen vor allem die Fakten. Schauen wir uns das einmal kurz näher an.

 

Alle deutschsprachigen Medien berichten derzeit, dass Athen in wenigen Tagen wieder einmal das Geld ausgeht. Das ist zwar schon seit Jahren regelmäßig so, nur haben das die deutschen Medien nie wirklich mitbekommen. Denn noch vor wenigen Monaten, im November 2014, jubelten deutsche Medien über die angebliche »wirtschaftliche Wende« in Griechenland.

 

Da hatte die europäische Statistikbehörde Eurostat bekannt gegeben, dass Griechenland beim Bruttoinlandsprodukt (BIP) im dritten Quartal 2014 gerade einmal 0,7 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal zugelegt hatte. Spiegel online sprach gleich vom »Wachstumschampion der Eurozone« und die Süddeutsche Zeitung fabulierte: »Griechenland kämpft sich aus der Rezession«.

 

Jeder Normalbürger wusste, dass solche Zeilen bei näherer Betrachtung Unsinn waren. Aber unsere Leitmedien berichteten flächendeckend so, als ob man mehr als nur einen Cent in Griechenland investieren könne.

Daran wollen die deutschen Medien heute lieber nicht mehr erinnert werden. Klar ist: Mit Ländern wie Griechenland geht es in der Euro-Zone immer weiter bergab.

 

Am vergangenen Sonntag haben einige, die das schon lange voraus gesagt haben, im Ruhrgebiet in Witten bei einem Kongress über die Thematik berichtet. Zu den Rednern gehörten der Euro-Kläger Professor Schachtschneider, Jürgen Elsässer, Andreas Popp und Professor Hamer.

Die Lokalmedien schürten zuvor eine Stimmung, die mich subjektiv an Pogromstimmung erinnerte – berichteten etwa, Witten werde wegen einiger Verschwörungstheoretiker im »Ausnahmezustand« sein.

Jene, die vor den Gefahren des Euro warnten, wurden als mutmaßlich »braune Rattenfänger« dargestellt. Ich will das hier nicht weiter kommentieren. Ich halte nur fest, dass jene, die vor den Gefahren des Finanzsystems und den Blasen in der Euro-Zone warnen, auch weiterhin in den Leitmedien systematisch fertig gemacht werden.

 

Zugleich werden Geldanlagen hochgejubelt, bei denen man nur noch staunen kann: Da veröffentlicht Spiegel online gerade allen Ernstes ein Stück mit der Überschrift »Aktien – jetzt erst recht!«

Es ist die gleiche Redaktion, welche im November (siehe oben) Griechenland als »Wachstumschampion« in der Eurozone feierte. Während Spiegel online zu Aktienkäufen riet, warnt zugleich nicht nur Börsenfachmann Daniel Wilhelmi genau davor.

Wenn unsere Leitmedien wie Spiegel online aber schon so leichtfertig beim wichtigen Thema Geldanlage obskure Anlegerhinweise verbreiten, wie wenig kann man ihnen dann bei anderen die Zukunft betreffenden Themen vertrauen? Wahrscheinlich gar nicht. Und deshalb können unsere Journalisten froh sein, dass 26 Prozent der Deutschen ihnen derzeit noch vertrauen.

In einigen Monaten werden sie wohl sehnsuchtsvoll an diese Zeit zurückdenken. Ich bin jedenfalls überzeugt davon, dass das Vertrauen in unsere Lügenmedien noch weiter sinken wird.

Quelle: Kopp-Online

 

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