Eine Menge Hitler-Bilder sind am Montag in der ARD-Dokumentation “V-Mann-Land – Spitzel im Staatsauftrag” ab 22.45 Uhr zu sehen, gesammelt und in Umlauf gebracht  von Spitzeln des Verfassungsschutzes, damit sie bei Hausdurchsuchungen entdeckt und mit großem Tamtam der Presse präsentiert werden konnten. Einige dieser wenig vertrauenswürdigen Vertrauensmänner wurden unter äußerst merkwürdigen Umständen tot aufgefunden . Scheint ein gefährlicher Job zu sein. Der heutige Amtssitz des Bundespräsidenten, Schloß Bellevue, war, wie Phönix ab 20.15 Uhr erläutert, einst das Gästehaus der nationalsozialistischen Reichsregierung. Da müssen sich Ex-NSDAP-Mitglieder wie Walter Scheel (später FDP) und Karl Carstens (danach CDU) ja sehr wohl gefühlt haben, ganz zu schweigen von Gustav Heinemann (SPD), der im Dritten Reich im Nationalsozialistischen Rechtswahrerbund, der Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt und sogar im Reichsluftschutzbund wirkte, bevor er das Feuer der Demokratiebegeisterung in sich lodern fühlte. Die Wahrheit über den Holocaust steht bei ZDF INFO ab 15.45 Uhr erneut auf dem Sendeplan.

Am Dienstag widmet sich der MDR ab 22.05 Uhr “den Partisanen”. Gemeint sind sicher die sowjetischen, deren Methoden heute als edelmütige Kriegsführung gelten. Ganz anders natürlich bei den Taliban oder dem irakischen Widerstand. Dieselben Methoden, aber gegen den Westen! Das geht gar nicht. “Eine Blutspur durch Frankreich” zieht ab 20.15 Uhr bei Arte die SS-Panzer-Division “Das Reich”. Das kann, dem G 36 sei Dank, bei der Bundeswehr nicht passieren. Heftig müssen die Produktionskosten des Dramas “Meine Tochter Anne Frank” gewesen sein, sonst würde es nicht so oft wiederholt. Zum Beispiel beim RBB ab 22.45 Uhr.

“Überall war Tod” nennt sich eine Dokumentation über das KZ Flossenbürg am Mittwoch beim Bayrischen Rundfunk ab 22.00 Uhr. Arte setzt mehr auf Spielfilme. Ab 20.15 Uhr bombardieren in “Die Flüchtigen” Stukas 1940 eine Flüchtlingskolonne, was die Alliierten, denen so etwas völlig fern lag, heute noch empört. Phoenix bringt ab 21.00 Uhr noch einmal die Dokumentation über den mehr oder weniger “Nationalsozialistischen” Untergrund.

In “Unsere Geschichte” widmet sich der NDR am Donnerstag ab 20.15 Uhr der Stadt Hamburg im Jahre 1945. Ein Trümmerhaufen, aber immerhin befreit. “Hitlers Riesenflugzeug” hebt ab 21.45 Uhr wieder mal bei ZDF INFO ab, wo auch “Natter- Hitlers letzte Wunderwaffe” zur Unterhaltung beitragen muß. Spiegel Geschichte rafft sich zu einer längeren Belehrungssitzung auf und läßt ab 20.15 Uhr den “Countdown zum Untergang”, “Australiens geheime Helden”, “Unbekannte Helden” und “Frankreichs Lager 1938 bis 1946″ auf seine Zuschauer niederprasseln. Lager in Frankreich vor 1940 und nach 1944? Klingt gar nicht mal uninteressant.

“Das Grauen des Krieges” tobt am Freitag ab 20.15 Uhr bei Phoenix. Wer das überstanden hat, kann hinüber schalten zu “Himmler privat” ab 23.15 Uhr und “Hitlers Frauen” ab 0.00 Uhr bei ZDF INFO. National Geographic spielt auch wieder mit und schickt ab 20.10 Uhr “Spezialeinheiten im Zweiten Weltkrieg” ins Gefecht.

Vox dreht am Samstag völlig durch. Von 12.00 Uhr bis 24.00 Uhr nur NS-Bewältigung. “1945 – 12 Städte, 12 Schicksale” heißt der Sendeblock, der keine Betroffenheitswünsche offen läßt. Da wird einem “Deutschland sucht den Superstar” bei RTL ab 20.15 Uhr richtig sympathisch. “Rommel” geistert ab 20.15 Uhr  beim Bayrischen Rundfunk und gleichzeitig als “Wüstenfuchs” bei N 24 durchs Programm. Es folgen der “D-Day” und die “Jäger der Lüfte”.

Es wird mal wieder Zeit, den alten Hindenburg an den Pranger zu stellen. Dachte sich zumindest Phoenix, weshalb am Sonntag ab 20.15 Uhr “Hindenburg – der Mann, der Hitler zur Macht verhalf” läuft. ARD-alpha bringt ab 22.30 Uhr “Geboren im KZ”.

Dies alles im Jahre 2015. Wie sehr man es doch nötig hat, mit der Vergangenheit von der Gegenwart abzulenken.

Quelle: Freies Pommern

 

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