Immer mehr Arbeitslose können sich kein Essen leisten, sie geraten in finanziellen Schwierigkeiten, jeder fünfte Erwerbslose hat Probleme, die Miete oder Rechnungen für Versorgungsleistungen rechtzeitig zu begleichen, berichtet Augsburger Allgemeine.

Schon seit einigen Jahren wird von Sozialverbänden, die das Elend unmittelbar mitbekommen, gefordert, den Regelsatz für Alleinstehende auf ca. 500 Euro zu erhöhen, doch geschehen ist bisher nichts. Warum sollte man auch dem „Menschenschrott“ mehr Geld geben? Es muss schon noch ein Anreiz erhalten bleiben, als Arbeitnehmer in den Niedriglohnsektor zu gehen, dieser schwindet zunehmend, je höher die Hartz-Sätze ausfallen.

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Im Franziskanerkloster in Pankow bekommen Obdachlose und Bedürftige eine warme Mahlzeit, die die Kälte vertreiben soll

Die Tafeln, einmal gegründet, um vor allem Obdachlose mit Nahrungsmitteln und Essen zu versorgen, werden zunehmend zu einem festen Bestandteil der Politik von systematischer Verarmung immer größerer Bevölkerungsschichten. Die Tafeln, die eigentlich über 10 Millionen Menschen unterstützen müssten, stoßen schon lange an ihre Grenzen, hinzukommen in nächster Zeit noch etliche „Flüchtlinge“ bzw. die schon da sind.

Während die Finanz- und Steueraufsicht es mangels politischen Willen geduldet haben, dass Banken und Spekulanten sich bezahlte Steuern zweimal zurückerstatten ließen, behauptet die Agenda 2010 Connection, für eine Erhöhung der Armutsbezüge sei kein Geld da. Und das Geld für eine Regelsatz-Erhöhung wäre da! Für die Flüchtlinge ist es da, also muss es auch für die Hartz IV Empfänger da sein.

Und für alle, die hetzen und meinen von Hartz IV könnte man gut leben. Der Satz beträgt 399,00 Euro für eine allein lebende Einzelperson, davon zahlt man den monatlichen Stromverbrauch, Telefon- und Internetkosten, die Tickets für Bahn und Bus, Versicherungen, Kleidung, Putzmittel, Waschmittel, Körperpflegeprodukte, Friseur usw. Da bleibt für Lebensmittel nicht mehr viel übrig. In Hartz IV kann jeder schnell geraten. Es wird zwar von der Wirtschaft nach Fachkräften gerufen, aber die dürfen nicht über 50 sein. Wenn man also das Pech hat, ab 50 arbeitslos zu werden, landet man ganz schnell in Hartz IV. Dann hat man zwar sein ganzes Leben gearbeitet, wird aber denjenigen gleichgestellt, die noch nie gearbeitet haben.

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