Hamburg ist ihre Heimat. Hier haben sie sich kennengelernt, hier haben sie eine Familie gegründet, hier fühlen sie sich zu Hause. Doch jetzt sollen das chinesische Ehepaar Chen Hua und Zou Zhehe und seine drei Kinder abgeschoben werden. In ein Land, das sie kaum noch kennen und in dem ihnen drastische Repressalien drohen.
Eine kleine Wohnung auf der Veddel. Die Möbel sind aus Sperrholz, die Matratzen liegen ohne Gestell auf dem Boden. Mehr kann die Familie sich nicht leisten. Vater Zou Zhehe arbeitet seit fast 20 Jahren als Küchenhilfe, Mutter Chen Hua ist Hausfrau.

 

Den Chens macht das nichts aus. Sie lieben dieses Leben. „Unsere Kinder sind hier geboren. Sie gehen in die Schule, haben viele Freunde“, erzählt Chen Hua. Sohn Yi (8) ist sogar Klassensprecher, er spielt Fußball. Tochter Qiam (10) ist im Schwimmverein. Tochter Annabella (8 Monate) liebt Hipp-Babybrei.
Die Abschiebung nach China wäre eine Katastrophe. „Die Kinder können nicht ordentlich Chinesisch. Sie können die Schrift nicht lesen und müssten praktisch von vorne anfangen, weil das Schulsystem in China ganz anders ist“, sagt Chen Hua, die selbst nur fünf Jahre zur Schule gegangen ist und ihr Dorf in der Provinz Fujian verließ, um Hunger und Armut zu entkommen.

 

Die Frage wäre vor allem, ob die Kinder in China überhaupt in die Schule gehen könnten. Denn mit drei Kindern verstoßen die Chens ganz klar gegen die Ein-Kind-Politik des Regimes. Sie müssten entweder eine hohe Strafgebühr von mehreren Hunderttausend Euro zahlen, die sie sich niemals leisten könnten. Oder sie lassen nur ein Kind registrieren. Dann wären die anderen beiden von jeglicher Bildung, medizinischer und sozialer Versorgung ausgeschlossen. Sie hätten keine Zukunft. Mutter Chen Hua droht zudem die Zwangssterilisation.

 
„Das Auswärtige Amt bestätigt diese Gefahr“, sagt Georg Debler, Rechtsanwalt der Familie, der alle juristischen Möglichkeiten, den Chens zu einem Aufenthaltsstatus zu verhelfen, ausgeschöpft hat. Das Gericht hat Deblers Antrag auf Asyl abgelehnt, obwohl ähnliche Fälle in anderen Bundesländern positiv beschieden wurden.
Nun gibt es nur noch eine Chance: Die Bürgerschaft kann noch ein Veto gegen die Abschiebung einlegen. Die Chens haben sich an den Eingabeausschuss gewandt, auch die Schüler und Lehrer der Schule auf der Veddel haben einen Brief mit vielen Unterschriften an die Abgeordneten geschrieben.

Die Zeit drängt. Die Duldung der Chens ist am 30. April abgelaufen. Sobald die chinesische Botschaft die von der Ausländerbehörde verlangten Pässe fertiggestellt hat, kann die Abschiebung losgehen. „Ich habe solche Angst“, sagt Qiam.

 

Und so ein Gesocks darf bleiben!

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HebdoZeitung2

Quelle: Mopo / Volksbetrug.net

 

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