Germania

Wer waren sie eigentlich, die Germanen? Cäsar nannte alles Land östlich des Rheins pauschal Germanien und wollte damit zum Ausdruck bringen, dass es nicht lohne, diese Landstriche aufzusuchen. Lieber reiste er nach Ägypten, wo er Politik zwischen Bettfedern machen konnte: in Kleopatras Armen.

Der römische Feldherr Varus kam trotzdem nach Germanien, sah auch die Germanen, siegte aber nicht. In der Schlacht im Teutoburger Wald (die vielleicht ganz woanders stattgefunden hat – z.B. bei Kalkriese) wurden seine drei Legionen von den Stämmen unter Arminius, auch Hermann genannt, vernichtend geschlagen.

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Die Schlacht im Teutoburger Wald. Malerei an einer Schießbude von unbekannter Hand.

 

Die Germanen lehnten also Varus’ Angebot, römische Kultur und Disziplin anzunehmen, dankend ab. Per Post schickten sie dem Kaiser Augustus das Haupt seines Feldherren. Um nicht wieder solche Post zu erhalten, errichteten die Römer die erste Mauer auf deutschem Boden, den Limes: Mit Barbaren von solch ungehobelten Manieren wollten sie nichts zu tun haben!

Vor der Varusschlacht: Römer und Germanen
Vor der Varusschlacht: Römer und Germanen

 

Für die römischen Schriftsteller wurden die Menschen aus dem Norden aber nun erst interessant. Tacitus, der bedeutendste Redner seiner Zeit, nahm sie in seiner Schrift Germania unter die Lupe.

Tacitus, der Autor der Germania
Tacitus, der Autor der Germaniaü

 

Aus dieser Schrift erfahren wir, dass die Germanen Langschläfer waren, aber dafür reinlicher als ihr Ruf! Sie dehnten ihren Schlaf oft bis in den Tag hinein aus, badeten aber sogleich nach dem Aufstehen mit warmen Wasser.

Wenn kein Krieg war, verbrachten sie nicht viel Zeit mit Jagen, sondern mehr mit Nichtstun, Essen und Schlafen. Besonders die tapfersten Krieger taten gar nichts! Die Sorge um Haus, Herd und Acker überließen sie den Frauen und Alten.

Ihre Könige verfügten über keine unumschränkte, willkürliche Macht und die Heerführer leiten mehr durch vorbildhaftes Verhalten als durch Befehlsgewalt. Gute Zeiten, gute Sitten.

 

Die Germania als Person

Darstellungen der Germania als eine Frau gibt es schon von den Römern. 1828 stellte der Maler Overbeck die Germania noch als anmutige Jungfrau dar, die sich der ebenfalls als Frau dargestellten Italia sanft zuneigt. Doch dann wurden die Zeiten kriegerischer (1870/71 deutsch-französischer Krieg) und die Germania wurde für propagandistische Zwecke missbraucht.

 

germania

Die ehemals holde Maid wandelte sich auf den zeitgenössischen Darstellungen zur martialischen Matrone. In Walkürentracht musste sie nun Wacht am Rhein halten.

Quelle: Germanen-Plakat

 

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