Das Riesengebirgslied wurde von Othmar Fiebiger (1886–1972; Text) und Vinzenz Hampel (1880–1955; Melodie) geschrieben.

Othmar Fiebiger dichtete um 1912 eine erste Dialektfassung des Textes während eines Aufenthaltes auf der Peterbaude im Riesengebirge.[1][2] Vinzenz Hampel schuf die Vertonung. Text und Melodie erschienen 1914 erstmals in gedruckter Form in der Festschrift des Trautenauer Gesangsvereins „Harmonie“.[3] Nach seiner Veröffentlichung verbreitete es sich als volkstümliche Weise sehr schnell in ganz Schlesien.

Während seiner Geschichte wurde mehrmals die öffentliche Aufführung, teilweise sogar der Druck und die Veröffentlichung verboten. In der Tschechoslowakei nahm man seit 1920 Anstoß an dem Ausdruck „deutsches Gebirge“ im Refrain, doch auch im Nationalsozialismus wurde das Rübezahlbild des Hohenelber Malers Fritz Hartmann kritisiert, das alle Ausgaben schmückte; es entspreche nicht dem Bilde des Berggeistes, das im Volke lebe.

Das Lied war im Laufe der Jahre, bis zu seiner heutigen endgültigen Fassung, einigen Änderungen unterworfen. Bis 1945 betraf das vor allem den Refrain, der sich von „Riesengebirge, Riesengebirge“ über „Riesengebirge, Märchengebirge“ hin zu „Riesengebirge, deutsches Gebirge“ änderte. In der endgültigen Fassung wurde es ca. 1920 in diversen Heimatblättern abgedruckt.

Nach 1945 wurden durch die aus ihrer Heimat Vertriebenen zwei zusätzliche Strophen angefügt. In dem erfolgreichen Heimatfilm Grün ist die Heide sang Kurt Reimann 1951 das Riesengebirgslied

Liedtext: Das Riesengebirgslied

Blaue Berge, grüne Täler,
mitten drin ein Häuschen klein.
Herrlich ist dies Stückchen Erde
und ich bin ja dort daheim.
Als ich einst ins Land gezogen,
hab ́n die Berg mir nachgesehn,
mit der Kindheit, mit der Jugend,
wußt ́ selbst nicht, wie mir geschehn:
O mein liebes Riesengebirge,
wo die Elbe so heimlich rinnt,
wo der Rübezahl mit seinen Zwergen
heute noch Sagen und Märchen spinnt.
Riesengebirge, deutsches Gebirge,
meine liebe Heimat du!

Ist mir gut und schlecht gegangen,
hab gesungen und gelacht,
doch in manchen bangen Stunden
hat mein Herz ganz still gepocht.
Und mich zog ́s nach Jahr und Stunde
wieder heim ins Elternhaus,
hielt ́s nicht mehr vor lauter Sehnsucht
bei den fremden Leuten aus.
O mein liebes Riesengebirge …

Teuere Heimat, Vater, Mutter,
und ich liege an ihrer Brust
wie voreinst in Kindheitstagen,
da vom Leid ich nichts gewußt.
Wieder läuten hell die Glocken,
wieder streichelt ihre Hand,
und die Uhr im alten Stübchen
tickt wie grüßend von der Wand:
O mein liebes Riesengebirge….

Und kommt ́s einstens zum Begraben,
mögt Ihr Euren Willen tun,
nur das eine, ja das eine:
Laßt mich in der Heimat ruhn!
Wird der Herrgott mich dann fragen
droben nach dem Heimatschein,
will ich stolz und deutsch und deutlich
vor dem Himmelstore schrein:
Bin aus dem lieben Riesengebirge

Text: Othmar Fiebinger; Melodie: Vinzenz Hampel

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