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Dänemark muss sich eingestehen, dass die Integration von Asylanten auf dem Arbeitsmarkt gescheitert ist (Bild: blu-news.org)

Dänemark gesteht sich ein, dass der Versuch, Flüchtlinge auf dem Arbeitsmarkt zu integrieren, als gescheitert angesehen werden muss. Nach zehn Jahren zeigen sich die politisch Verantwortlichen „zutiefst erschrocken“ vom Status quo.

Drei von vier Flüchtlingen, die in den frühen 2000er Jahren nach Dänemark kamen, sind zehn Jahre später arbeitslos. Der Dänische Arbeitgeberverband (DA) stellte eine Untersuchung an und kam dabei zu dem Ergebnis, dass die Bemühungen, Asylanten auf dem dänischen Arbeitsmarkt zu integrieren, als gescheitert angesehen werden müssen.

Der Leiter des DA betonte gegenüber der dänischen Regierung, dass das Projekt als „wirklich fehlgeschlagen“ eingestuft werden müsse. „Es ist katastrophal, dass wir es nicht schaffen, Flüchtlinge in den dänischen Arbeitsmarkt zu integrieren. Das ist nicht akzeptabel für die Flüchtlinge, und unsere Gesellschaft kann es sich nicht leisten, sie mit sozialen Förderungen zu versorgen”, so der Vorsitzende des dänischen Arbeitgeberverbandes Jørn Neergaard Larsen laut des Nachrichtenportals The Local.

„Erschreckendes Zeugnis des Versagens”

Verantwortliche Regierungsbeamte wie der sozialdemokratische Arbeitsminister Henrik Dam Kristensen sowie Wirtschaftsminister Morten Østergaard reagierten betroffen auf die Erhebung: Die Ergebnisse seien „zutiefst erschreckend” und „ein Zeugnis des Versagens”.

Durch einen höheren Abstand zwischen Sozialleistungen und Niedriglohnjobs wäre es für die betroffenen Gemeinden, die den Löwenanteil der Belastungen tragen, einfacher, den Asylanten zu verdeutlichen, dass die Sozialhilfe nicht die lukrativere Alternative sei.

Der einstige Wohlfahrtsstaat Dänemark hat wie alle nördlichen Länder Europas mit dem sogenannten Sozialtourismus zu kämpfen.

Ein Ende des Wohlfahrtsstaates in Sicht?

Wie blu-News berichtete, legen die Dänen seit geraumer Zeit beim Thema Migration eine straffere Gangart an den Tag. So beschloss die liberal-konservative Regierung 2012 zusammen mit der Volkspartei strengere Regeln für die Familienzusammenführung aus muslimischen Ländern.

Anfang 2014 legte das Land zur Berechnung des Arbeitslosengeld bei Ausländern deren Einkommen im Heimatland zugrunde und verbot fast gleichzeitig das betäubungslose Schächten. Mitte 2014 ermutigte Dänemark durch seine neue Rückwanderungspolitik Türken dazu, in ihr Land zurückzukehren.

Zudem verabschiedete sich das Land 2013 von der Idee, den Euro als gesetzliches Währungsmittel einzuführen und verschob das Unterfangen auf unbestimmte Zeit. (BS)

Quelle: blu-News

 

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