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Andrea Nahles

Die bundesweiten Tafeln, Pfandflaschen sammelnde Rentner und bettelnde Obdachlose, das ist nur gefühlt, das bilden wir uns nur ein, denn so viel Armut herrscht gar nicht in Deutschland, behauptet zumindest Sozialministerin Andrea Nahles, denn es gäbe nur eine relative Armut, weil nicht sein kann, was nicht sein darf, also eine Frage der Definition. Wer aber die wirklich Bedürftigen sind, gemeint die reale Armut, erklärt die Sozialministerin auch sogleich: die illegalen Einwanderer. Der einzige Grund für diese Feststellung von Frau Nahles ist es der deutschen Bevölkerung zu suggerieren, wir müssten uns nun um alle illegalen Einwanderer die hier sind, noch kommen werden und kommen wollen, kümmern. Nicht mehr und nicht weniger.

Frau Nahles, das ist so primitiv und durchschaubar, denn arm ist auch der, wer als Arbeitnehmer mit dem erwirtschafteten Einkommen nicht leben kann und der Staat aufbessern muss. Deutschland hat mit Abstand den größten Niedriglohnsektor der EU. Diese Armut ist eher ein Armutszeugnis des Staates und seinen politischen Eliten, die dies zulassen und sogar noch zu rechtfertigen versuchen.

Die Frage der Armut richtet sich nach dem Umfang der in einer Gesellschaft als üblich angesehenen Teilhabe. Wenn die Möglichkeit der Teilhabe dieses Maß unterschreitet, herrscht Armut. Was die Hartz-IV-SPD vielleicht nicht als üblich, aber als ausreichend ansieht, kann man den Hartz-IV-Regelsätzen entnehmen. So kann man Armut selbstverständlich auch definieren, dann endet die Armut eben bei Hartz-IV plus einem Euro. Die Mittelschicht beginnt mittlerweile bereits an der Grenze des Pfändungsfreibetrages. Und wie es sich mit einem Mindestlohn von 8,50 Euro leben lässt, sollte Frau Nahles sicherlich am besten wissen. Die geschönten Armuts- und Reichtumsberichte der letzten Jahre lassen jedenfalls nur den einen Schluss zu, die permanente Verarmung der Mehrheitsgesellschaft soll möglichst nicht zum Thema bzw. totgeschwiegen werden. Und dazu scheint den (politischen) “Eliten” jedes Mittel recht, anders ist das Verhalten der SPD nicht zu deuten. Frau Nahles, so billig bitte nicht.

ursula_von_der_leyenArtikelauszug Süddeutsche Zeitung

Immer mehr Armut gibt es in Deutschland, so der der Paritätische Wohlfahrtsverband im Februar: Arm ist, wer weniger als 60 Prozent des mittleren Nettoeinkommens zur Verfügung hat, für eine vierköpfige Familie wären das derzeit 1873 Euro im Monat. Das ist ein „relativer Armutsbegriff“. In dieser Rechnung würde die Armut nicht einmal verringert, wenn alle Deutsche plötzlich das Doppelte verdienten. Dafür hat der Wohlfahrtsverband viel Kritik bekommen. Jetzt stellt sich selbst Bundessozialministerin Andrea Nahles (SPD) gegen diese Wahrnehmung. „Der Ansatz führt leider schnell in die Irre“, es handele sich um eine relative Größe, die zwar die Spreizung der Einkommen zeige, aber nicht die absolute Armut.

Mit solchen Berechnungen laufe die Politik und die Gesellschaft Gefahr, den Blick für die wirklich Bedürftigen zu verlieren.

Es gibt zum Beispiel mehr illegale Einwanderer, da haben wir es mit wirklicher Armut zu tun.

 

Quelle: Netzplanet

 

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